Andreas Kollross

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Hält die Ministerin ihr Versprechen?

Plastik ist überall. Wir verwenden es für Strohhalme, Kaffeebecher oder Verpackungen. Es steckt in Spielzeugen, in Elektrogeräten, in Kosmetikprodukten. Gelangen Kunststoffe in die Umwelt, so verbleiben sie dort aufgrund ihrer Stabilität und Beständigkeit über lange Zeit. Kunststoffe verwittern sehr langsam und bilden viele kleinere Fragmente, die schließlich als Mikroplastikpartikel in der Umwelt weiter verteilt werden. So landet eine Menge an Plastik in Meeren, Flüssen, Wäldern, in Mägen von Tieren und somit in unserer Nahrungsmittelkette.
„Obwohl der Gebrauch von Plastik weitgehende Vorteile hat, schadet unser Verbrauch und der produzierte Plastikabfall nicht nur dem Ökosystem und der Biodiversität sondern auch der Gesundheit von uns Menschen.“, so Kollross.


Global enden jedes Jahr 5-13 Millionen Tonnen Plastik im Meer. In anderen Worten: Jede Minute wird ein Müllwagen voller Plastik ins Meer gekippt. Die Ellen MacArthur Foundation hat daraufhin berechnet, dass im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer sein wird. „Wir brauchen ein konsequentes aber überlegtes Handeln, um gegen Umweltverschmutzung und Klimawandel vorzugehen. Wer will denn schon im Jahr 2050 den Kindern beim Schnorcheln im Mittelmeer bunte Plastikteile anstatt glitzernder Fische zeigen?“, merkt Kollross kritisch an.


Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, hat die Europäische Kommission, im Zuge des verabschiedeten Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft, eine erste Richtlinie für Einwegkunststoffprodukte veröffentlicht. Diese Richtlinie soll dabei helfen, gegen die Verschwendung von Ressourcen und die Verseuchung unserer Umwelt vorzugehen. Kollross dazu: „Nun sind die jeweiligen FachministerInnen der Staaten an der Reihe. Bei einem kommenden EU-Umweltministerratstreffen haben sie die Chance als positive Beispiele in Aktion zu treten und dieser Richtlinie zuzustimmen. Das darf aber nicht zu billigen Ausreden führen, deshalb nationale Anstrengungen zu unterlassen und sich auf die fehlende internationale Kooperation herauszureden. Nationalstaatliche oder regionale klimapolitische Maßnahmen sind wichtig und sinnvoll. Österreich soll sich hier an die Spitze stellen und im Sinne des Klimaschutzes und der Sicherung der Lebensqualität, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung vorantreiben. Die alte Merk-Regel „refuse – reduce – reuse – recycle“ gilt dabei mehr denn je.“


In einer Presseaussendung vom 13.03.2018 verlautbarte Bundesministerin Elisabeth Köstinger, dass Sie sich eine EU-weite Abkehr von Plastik in alltäglichen Produkten vorstellen könne. „Jetzt schauen wir uns mal an, ob sich diese Regierung unter Konzernkanzler Kurz auch für die Gesundheit der Umwelt und Menschen interessieren kann, oder ob ihnen unter dem Einfluss von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung wieder einmal das Rückgrat davonläuft.“ Abschließend merkte Kollross an: „Bis zur Stunde gibt es seitens der Regierung und im Speziellen seitens der Umweltministerin keine Stellungnahme zur Position und zum Abstimmungsverhalten Österreichs in dieser wichtigen Frage. Entscheidungen die die Allgemeinheit angehen, dürfen nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Da die Ministerin nicht gewillt ist öffentlich zu machen, welche Position sie im EU-Umweltrat vertreten wird, habe ich eine parlamentarische Anfrage gestellt“, schloss Kollross.

Die eingebrachte parlamentarische Anfrage findet man unter diesem Link:https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/J/J_01573/imfname_708082.pdf